Sächsiche Zeitung vom 17.01.2006
Ergreifende Musik im Gotteshaus
Elisabeth Delitzscher
[...]
Es ist eindrucksvoll. Die Kirche wird in warmes Licht getaucht, das Publikum sitzt dagegen in
völliger Dunkelheit. Überall erwartungsfrohe Gesichter. Der hohe technische Aufwand
verspricht Großartiges. Und dann ist es so weit. Der Chor betritt nach und nach die Bühne. So
viele Menschen auf so kleinem Raum. Dazu die Musiker und der musikalische Leiter Jens
Robbers, der seine Arme ausbreitet, um die Sänger anzustimmen. Das erste Lied - Joy of the
Lord (Die Freude Gottes) - macht Lust auf mehr. Der Chor ertönt voll und stark, man sieht die
Freude in den Gesichtern. Und schon wird das Publikum dazu aufgefordert, mitzusingen. Die
Texte liegen aus, so dass viele mit einstimmen. Ein Lied, das verkündet: "Die Freude des
Herrn ist eure Stärke", verbindet gleich zu Anfang Publikum und Chor und lässt ein tiefes
Gefühl der Gemeinschaft entstehen. Aus allen Ecken der Kirche ertönt der Gesang. Vor allem
junge Leute machen begeistert mit. Und, wie beim Gospel üblich, steigert sich das Lied
immer mehr und kommt danach zu einem sanften Schluss.
Das Eis ist gebrochen. Die Ehrfurcht des Publikums schlägt rasch in Begeisterung um. Leuchtende Augen, ein zufriedenes Lächeln, Beifall. Das Programm der Akteure ist vielseitig. Neben verschiedenen Gospelsongs wird auch gepredigt, wobei dies zum Teil auf äußerst humoristisch geschieht. Da wird am Beispiel eines Bußgeldbescheids über die Nähe des Herrn philosophiert. Warum gibt es Zeiten, wie eihnachn, an denen man Gott nah sein möchte und wiederum andere Situationen, in denen man sich am liebsten vor ihm verstecken möchte? Diese Frage ist nicht nur für Gläubige sehr interessant, sondern vor allem auch für Atheisten, geht es doch um das Gewissen, vor dem man manchmal einfach gern davonlaufen würde.
Die Themen Nähe und Liebe werden auch in den Liedern aufgefasst. Die Gospelmusik, die
ursprünglich aus Nordamerika ommt, ist modern, frisch und dynamisch. Sie verbreitet in der
gesamten Kirche eine positive, optimistische Stimmung und wirkt überaus mitreißend. So
mancher kann sich da nicht mehr ruhig auf der Bank verhalten, steht auf und klatscht im Takt
mit. Vor allem ist diese Musik aber auch als sehr emotional zu bezeichnen. So gesteht die
achtzehnjährige Carmen Matjeschk: "Ich war zu Tränen gerührt". Doch nicht nur von dem
Gesang fühlen sich die Menschen ergriffen. Es sind auch die Bilder von indischen Kindern,
die auf eine große Leinwand projiziert werden. Man sammelt Spenden für diese Kinder, die in
Indien von ihren Eltern verstoßen wurden, weil sie behindert zur Welt kamen. Auf der Straße
müssen sie sich durchschlagen und nicht wenige sind dem Tode geweiht. Mit den Spenden
wird eine Einrichtung in Schimoga unterstützt, die sich um solche sozial benachteiligten
Kinder und Jugendlichen kümmert.
Sächsiche Zeitung vom 12.01.2006
Gospelchor heizt ein
Ina Förster
Dass die "Dresdner Gospelnight" 2006 gerade in Kamenz Station macht, ist ein echter Glücksfall. Das Projekt, welches am Heiligabend bereits zum achten Mal in Folge in der Strehlener Kirche über die Bühne lief, darf sich nämlich sehen lassen und atmet den Geist unverbrauchter junger Musiker. Auf der Suche nach geeigneten Auftrittsorten in der Oberlausitz, trafen die Organisatoren eben auch auf die evangelische Kirchgemeinde der Lessingstadt.
"Ich gebe zu, dass wir anfänglich etwas überlegt haben, ob wir diese
Großveranstaltung in St. Marien laufen lassen wollen, denn gerade zur Winterzeit ist das
Beheizen des Gotteshauses nicht einfach, zumal die Gottesdienste derzeit im
Kirchgemeindehaus stattfinden und die Kirche seit Weihnachten leer steht", erzählt Pfarrer
Jörg Naumann.
Aber das anfängliche Zögern wich dem guten Willen und der Begeisterung, denn die
Gospelnight sammelt immerhin Spenden für den wohltätigen Zweck zusammen und strahlt
darüber hinaus weit ins Land hinaus. "Wir erhoffen uns am Sonntag wirklich ein volles Haus,
damit es sich lohnt für die engagierten Sängerinnen und Sänger", wünscht sich Naumann. [...]
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Freie Presse vom 18. Januar 2005
Wenn die Krippen wieder verpackt sind
Weihnachtsstimmung hält an: „Gospelnight“ am Sonntagabend in der Freiberger Jakobikirche
Von Reinhold Lindner
Freiberg. Noch einmal wurde am Sonntagabend Weihnachtsstimmung verbreitet. Die „Gospelnight“ in der Freiberger Jakobikirche ließ Erinnerungen an das Fest wach werden. Dieses Projekt ist eine inszenierte Christvesper der Christuskirchgemeinde Dresden und geht alle Jahre wieder nach der ersten Aufführung am Heiligabend auf Tournee durchs Land. Der Zuspruch sei immer sehr stark, erzählt der Organisationschef des Projekts Andreas Steffens. Am Weihnachtsabend in Dresden kamen 2000 Zuhörer zur Gospelnight. Auch in Freiberg war die Kirche nahezu voll besetzt.
Gospel ist ursprünglich ein froh gestimmtes singendes Glaubensbekenntnis amerikanischer Christen. Im Lauf der Zeit eroberte sich die Musik die Konzertsäle. Was in Freiberg vorgeführt wurde, hat mit einem Konzert nichts zu tun, und es ist nicht einmal eine herkömmliche Aufführung. Denn Gospel bezieht die Zuhörer direkt ein. Wenn dieser Gesang auf Hochtouren läuft, kann sich auch niemand dem Temperament entziehen, die ganze Kirche wird ein großer Chor.
Die mitreißende frische Art der etwa 100 jungen Sängerinnen und Sänger sowie der ausgezeichneten eigenen Begleitband von „Gospelnight“ zelebrierte ein regelrechtes Fest der musikalischen Weihnachtsbotschaft. Sie singen und spielen alle aus innerer Begeisterung. Das Ensemble formiert sich jährlich neu mit Jugendlichen aus Dresden und Umgebung, alles wird ehrenamtlich gemacht und dient zudem einem direkten Zweck. Diesmal wurde statt Eintrittsgeld um Spenden für den Aufbau einer Schule in Ghana gebeten. Mit flottem fröhlichem Gesang sammelten die jungen Leute dann am Ausgang der Kirche die Spenden der Gäste ein.
Andreas Steffens berichtete, dass die Gruppe schon Projekte der Hochwasser- und Krebshilfe sowie einen Kindergarten in Namibia unterstützt hat. Seit 1998 ist „Gospelnight“ auf diese Weise aktiv. Er denkt, dass sich der Wirkungskreis weiter ausdehnen ließe und hat eine große Tour im Blick, möglicherweise auch im Ausland. Der Chor feilt an eigenen Titeln und weiteren Bearbeitungen für das Ensemble.
Dass die musikalischen und stimmlichen Qualitäten auf hohem, nahezu professionellem Niveau sind, davon konnte man sich an diesem begeisternden Abend in der Jakobikirche überzeugen. Zudem ist dieses Programm unter dem Titel „Fü(h)r mich“ sehr ausgewogen aufgebaut, von vornherein auf Gemeinsamkeit mit dem Publikum bedacht. Weihnachten als fortwährendes inneres Fest, gerade dann, wenn die Christbäume entsorgt und die Krippen wieder verpackt sind.
Der Sonntag vom 19. Dezember 2004
Bis in die Fußspitzen
Gospel:
Eine Möglichkeit, Glauben über die Musik emotional zu erleben und
auszudrücken.
Die Gospel-Welle ist auch in Sachsen angekommen. Immer mehr Chöre üben sich
nicht nur zur Vorweihnachtszeit in dieser rhythmischen Musik der
afroamerikanischen Christen.
Von Viola Simank
Die Augen halb geschlossen scheint Donald R. Smith in der Musik versunken: »Show me the way, Lord«, »Zeig mir den Weg, Herr.« Energisch wippt sein ganzer Körper im schnellen Rhythmus des Liedes, mit seinen Armen treibt er den Chor vorwärts. »Show me the way, Lord«, immer und immer wieder. Seine Stimme, die normalerweise die großen Kirchen in New Orleans mühelos ausfüllt, lässt den kleinen Kirchgemeinderaum in Dresden-Prohlis fast beben. Etwa 40 Männer und Frauen haben sich an diesem Nachmittag hier eingefunden, um von ihm, dem farbigen Gospel-Chorleiter aus dem Süden der USA, das echte Gospel-Gefühl zu lernen.
Und langsam kommen sie in Bewegung, stehen auf, klatschen zur Musik, lassen sich von ihrem Gesang tragen; auch Gabriele Weißbach, deren Beruf eigentlich die ruhige deutsche Kirchenmusik ist – sie arbeitet als Kantorin in Meißen. Doch das Gospel-Fieber hat auch sie und ihre Kirchgemeinde angesteckt. Das Liedende naht – Donald R. Smith hebt die Faust in die Höhe, das Zeichen für den Schluss.
Die Kantorin ist fasziniert von seiner kraftvollen Ausstrahlung, seinem Temperament: »Er macht aus dem Bauch heraus, was wir mühselig lernen.« Sie besucht den Workshop im Rahmen einer zweijährigen Weiterbildung für Popularmusik, die an der Dresdner Hochschule für Kirchenmusik angeboten wird. Ein Schwerpunkt dort ist unter anderem der Gospel, schließlich ist auch das Kirchenmusik.
»Unsere traditionelle Kirchenmusik ist sehr akademisch, geht von den Noten über das Auge ins Gehirn aus dem Mund«, findet Christa Warnke. Sie lehrt im Rahmen der Weiterbildung Chorleitung und Gesang und hat den Workshop mitorganisiert. Gospel aber gehe sofort »bis in die Fußspitzem, erklärt sich die Dozentin die Faszination dieser Musik. Und er sei eine Möglichkeit, seinen Glauben über die Musik emotional zu erleben und auszudrücken.
Keine Frage, die Songs aus den Kirchen der Afroamerikaner liegen auch bei uns im Trend. Immer mehr Chöre in Sachsen lassen sich von der Gospel-Welle mitreißen. Genaue Zahlen gibt es zwar nicht, doch kamen allein im vergangenen Jahr zum »GoGospel«Festival in Chemnitz 1700 Besucher, davon 1000 aus Sachsen.
Für Mitorganisator Wolfgang Tost, zuständig für die Bandarbeit in der sächsischen Landeskirche, ist Gospel nicht einfach nur eine Musikrichtung, sondern ein Lebensgefühl. »Die Leute sind in ihrem Alltag so zugedeckt mit Problemen, dass sie sich in ihrer Freizeit nach Ausgelassenheit und Lebensfreude sehnen.«
Für die meisten steht die Musik dabei im Vordergrund - sie erreicht auch jene, die sonst mit Kirche nichts zu tun haben. Wie Julia Schulz. Die 17Jährige singt mittlerweile schon zum dritten Mal bei der Dresdner Gospelnight mit, einem Weihnachts-Gospelgottesdienst, der seit 1998 in der Dresdner Christuskirche gefeiert wird - jedes Mal mit bis zu 2000 Besuchern. Seit September proben dafür auch dieses Jahr wieder etwa 150 junge Leute jeden Freitag im Gemeindesaal der Christusgemeinde.
»Heaven, Jesus you are there«, klingt es an diesem Abend noch etwas zaghaft durch den Raum. Chorleiter Jens Robbers ist noch nicht zufrieden. »Noch mal, jetzt aber mit Schmackes bitte!« Julia setzt mit den anderen noch einmal kraftvoller nach: »A home you will prepare for us in heaven.« Wie zur Verstärkung wiegen sich einige im Takt der Musik, können ihre Füße kaum noch stillhalten. Genau so wollte es Jens Robbers hören.
Am Anfang, sagt Julia, die mit Kirche bis dahin eigentlich nichts zu tun hatte, seien die Texte schon ungewohnt gewesen. Doch inzwischen ist es für sie normaler geworden, »Obwohl ich immer noch nicht daran glaube, setze ich mich jetzt doch mehr mit der Religion auseinander, erzählt die Schülerin. Doch das Beste sei natürlich der Auftritt – der Lohn für die anstrengenden Proben. Heiligabend in der Kirche zu singen, sei ein »total bewegendes Gefühl, da kriegt man Gänsehaut, trotzdem man die Lieder schon so oft gesungen hat«.
Da ist es wieder, das Zehenspitzengefühl, das die klassische Kirchenmusik gerade bei vielen jungen Leuten nicht hervorzurufen vermag. Nur noch Gospel statt Bach also, Gefühl statt Verstand?
Doch das möchte auch GoGospel-Organisator Wolfgang Tost nicht. »Musik muss sich aus vielen Puzzleteilen zusammensetzen, jeder muss seine Genre finden und ausprobieren dürfen «
Sächsische Zeitung Radebeul vom 13. Dezember 2004 (Auszug)
Dann ist Ruhe – bis zum nächsten Stress
Ludwig Güttler gönnt sichkaum freie weihnachtliche Tage und
Tobias Kogge hält eine Andacht
Von lvette Wagner
[…]
Mit einem Beutelchen rückte Tobias Kogge am Freitag im Gemeindehaus der Christuskirche Strehlen an. Darin ein Chanukka-Leuchter, den er kurz vorher von einem Rabbiner bekommen hatte. „Über diese Begegnung werde ich auch in meiner Andacht vor dem Chor sprechen“, so der Sozialbürgermeister.
Kogge ist in diesem Jahr Schirmherr der siebenten Gospel-Night am 24. Dezember in der Christuskirche, deren Erlöse einem Schulaufbau im afrikanischen Ghana zugute kommen. „Das zu tun, ist für mich Herzenssache“, so der Politiker, der in den letzten Tagen für jede Menge Wirbel sorgte. „Es ist wichtig, dass wir Gemeinschaft zu Weihnachten erleben, sie auch ausüben. Niemand soll sich verkriechen.“ Und so wird Kogge am 24. Dezember ab 23 Uhr mit seiner Familie in der Christuskirche sitzen und den Melodien lauschen. Vorher besucht er – ebenfalls in Familie – ein Altenpflegeheim in Löbtau. „Das machen wir schon seit Jahren, das ist bei uns Tradition.“
[…]
Sächsische Zeitung Dresden vom 22. Dezember 2003
Alles unter einem Hut
Wie Andreas Steffens über 100 Sänger auf die „Gospelnight“ in Strehlen vorbereitet
Von lvette Wagner
Licht an! Andreas Steffens misst den Gemeinderaum der Christuskirche Dresden-Strehlen mit großen Schritten ab. Dann gibt er das Kommando für die bereits anwesenden Chorsänger: „Bitte schiebt die Stuhlreihen beiseite. Wir brauchen Platz.“ Immer mehr Menschen strömen in den Raum. Begrü-ßen sich mit Küsschen oder Handschlag, telefonieren noch schnell oder schreiben während der Platzsuche eine SMS.
Idee vor sechs Jahren in einer Kneipe geboren
„Es ist gar nicht so einfach, die vielen Menschen unter einen Hut zu bekommen“, sagt Steffens.
Er ist der organisatorische Leiter der „Gospel-night“, die morgen ab 23 Uhr in der Christuskirche zu erleben ist.
Begonnen hat alles vor sechs Jahren in einer Kneipe. „Hier in der Gemeinde gab es drei Gruppen,
die Musik gemacht haben“, erzählt er. „In der Kneipe kamen dann einige von ihnen auf die Idee mit der Gospelnacht.“
60 Sänger standen damals am Heiligen Abend in der Kirche. Im Laufe der Jahre ist diese Zahl beträchtlich gestiegen,
wie auch die Zuschauerzahlen. „Morgen werden zwischen 150 und 170 Choristen da sein.“
Wer schon einmal bei diesem außergewöhnlichen Konzert war, weiß es: Zeitiges Kommen sichert gute Plätze.
Zum Fest 2002 drängten sich 1800 Leute in das Gotteshaus. Aber daran denkt noch niemand. Es ist kurz vor 19 Uhr,
die letzte Probe steht an. Pauline Schmidt ist pünktlich. Die 18-Jährige aus Oelsa bestreitet ihre erste Gospelnacht.
„Mein Religionslehrer hat mich angeworben“, sagt sie. „Eigentlich habe ich viel zu tun mit dem bevorstehenden Abitur.
Es macht aber so viel Spaß, dass ich nichts verpassen will.“ Außerdem lerne sie hier viele Menschen kennen.
„Die sind alle auf dem gleichen Level wie ich“, sagt sie. Auch für Henning Franke, 27-jähriger Diplom-Ingenieur,
sind die Proben und die Auftritte etwas Besonderes. „Die Musik macht Spaß und drückt einen Glauben aus, der auch
meiner ist. Damit kann ich etwas sagen.“
Jetzt muss aber erst mal Ruhe sein. Andreas Steffens versucht die Massen zu übertönen, immer wieder bittet er um Ruhe. Nach einigen Minuten ist es so weit. Die Sänger zwischen 14 und 40 sind still. Steffens übermittelt die Daten für die Generalprobe, redet über die Chorkleidung. Und stellt Pfarrer Michael Leonhardi vor, der für einen Kollegen am Heiligen Abend einspringt. Der Studentenpfarrer bringt die Menge auch gleich zum Lachen. „Es kam ein Anruf und ich wurde gefragt, ob ich den 24. schon verplant hätte – jetzt habe ich das und freue mich auch darauf.“ Leonhardi stellt sich kurz vor: „Ich bin verheiratet, habe fünf Kinder.“ Szenenapplaus. „In ein paar Tagen feiere ich Silberhochzeit.“ Wieder Applaus.
Doch dann hat Thomas Wagler das Sagen. Der Chorleiter lockert mit Entspannungs- und Tonleiter-Übungen die Stimmen der Anwesenden. Nach ulkigen Geräuschen schallt nur wenige Minuten später Gospelgesang durch den Raum. Andreas Steffens kann sich jetzt für zwei Minuten entspannt zurücklehnen und von den diesjährigen Empfängern der Spende erzählen. Jedes Jahr gibt der Chor die Kollekte für ein soziales Projekt. „Wichtig ist uns, dass das Geld wirklich Menschen in Not zugute kommt.“
Geld für rumänischen Kinderbauernhof
Jedes Chormitglied kann Vorschläge einbringen, am Ende wird demokratisch abgestimmt.
Im letzten Jahr kamen 5500 Euro für eine hochwassergeschädigte Schule in Tschechien zusammen.
Diesmal geht das Geld an den Verein Rumänieninitiative, der in Rumänien einen Kinderbauernhof für
sozial Schwache betreibt. „Wir wollen dort die sanitären Einrichtungen wieder herrichten, einige von uns
werden mit vor Ort sein.“ Schon ist es mit dem Erzählen wieder vorbei, Organisator Steffens ist gefragt.
Mit dem Pfarrer spricht er die Andacht ab, sortiert Listen. Thomas Wagler sitzt derweil am Klavier und
korrigiert unablässig Tenöre, Bassisten, Sopranistinnen und Altistinnen. Kurz nach 21 Uhr ist die Probe
vorbei. Steffens ruft: Bitte Licht aus!
Dresdner Neueste Nachrichten vom 27.12.2002
Die 5. Gospelnight in Dresden-Strehlen – Sammlung für tschechisches Křešice
Eine Ganz besondere Christvesper
Von V. BLASCHKE
Zum nunmehr fünften Mal wurde am Heiligen Abend in die Christuskirche
Dresden-Strehlen zur Vesper der besonderen Art eingeladen. Schon fast traditionsgemäß
machten sich hunderte Dresdnerinnen und Dresdner zu vorweihnachtlicher Stunde zur
„Gospelnight – Eine Christvesper“ auf den diesmal recht rutschigen Weg. Doch es
sollte sich mehr als gelohnt haben. Der Chor mit seinen fast 150 Sängerinnen und
Sängern erfüllte die bis zum letzten Stehplatz gefüllte Kirche mit einem überwältigenden Klang.
So wurden mit rockigem und jazzigem Gospelsound mit Solisten, dem Chor unter Leitung von Thomas Wagler und begleitet unter anderem von Piano, Gitarre, Saxophon und Percussion, die
Weihnachtsgeschichte besungen oder zu den warmen Klängen einer Bratsche sehr besinnliche
Momente musikalisch ausgestaltet.
Unter dem diesjährigen Thema „Ein Sohn zur Versöhnung“
rief Stadtjugendpfarrer Christoph Stolte zu mehr freundschaftlichem und solidarischem Miteinander
auf, so wie es gerade zur Zeit der Flutkatastrophe von vielen Menschen gelebt und erlebt wurde.
Auch in diesem Jahr wurde wieder um eine Spende für ein soziales Projekt gebeten. Der kleine Ort Křešice jenseits der tschechischen Grenze wurde von der Flutkatastrophe ebenfalls hart getroffen. Der gesamte Ort war bis zu drei Meter überflutet. Da die finanzielle Unterstützung durch die tschechische Regierung nur sehr gering ausfällt, sind die Bewohner von Křešice mit der Rekonstruktion der kleinen Dorfschule weitgehend auf sich allein gestellt. „Diese Schule ist die Zukunft unseres Dorfes“, zitiert Marcus Erbe den dortigen Direktor. „Denn ein Ort ohne Schule ist ein Ort ohne Kinder.“ Aus diesem Grund kommen die gesammelten Spenden der Rekonstruktion des Hauses und Turnhalle zugute, damit der Schulbetrieb möglichst bald wieder aufgenommen werden kann.
Aufgrund des stetig wachsenden Interesses an dieser für Dresden
einzigartigen Christvesper lädt die Gospelnight zu einem zusätzlichen Konzert in die
Lutherkirche Radebeul (Meißner Straße) am 17. Januar, 20 Uhr ein. Der Eintritt ist frei,
um Spenden für die Rekonstruktion der Schule in Křešice wird gebeten.
Freie Presse vom 22. Januar 2002
„Gospelnight“ mit Beifall ohne Ende
Gesungenes Evangelium bringt volle
Kirchenbänke im Sehmaer Gotteshaus
(Sehma, 22.01.2002) Normalerweise ist so eine Christvesper im Erzgebirge ja eine ziemlich
ernste Angelegenheit. Festlicher Kerzenschein, erwartungsvolle Stille,
aufgeregte Akteure, die nach wochenlangen Proben den Besuchern
alle Jahre wieder die Geschichte der Geburt Christi erzählen. Ohne
den Kirchenbesuch in der Heiligen Nacht können sich die meisten
Erzgebirger Weihnachten überhaupt nicht vorstellen.
Dass eine Christvesper auch ganz anders aussehen kann, bewiesen am vergangenen Sonnabend rund 100 junge Sängerinnen und Sänger aus Dresden, die sich unter dem Namen „Gospelnight“ vor nunmehr vier Jahren zusammenfanden, um mit dieser uns ungewohnten Form des gesungenen Evangeliums die Geburt Christi zu feiern. Bei der Premiere am 24. Dezember 1998 reichten die Plätze der Christuskirche in Dresden-Strehlen nicht aus, um allen Besuchern die gelungene Kombination aus Musik, Gesang und Licht zu zeigen. Für die jungen Leute um den musikalischen Leiter Thomas Wagler ein guter Grund, weiterzumachen und alljährlich am Weihnachtsabend eine „Gospelnight“ aufzuführen.
In der Pauluskirche in Sehma herrschte eine Atmosphäre fast wie zur
„richtigen“ Christmette. Parkplätze waren Mangelware, die Bankreihen
dicht besetzt, die Stimmung erwartungsvoll. Manche hatten sich schon
fast zwei Stunden vor Beginn des Konzerts die besten Plätze
gesichert.
Mit dem Einzug des Chores begann ein Feuerwerk von
Farben und Stimmen, von Gotteslob und Lebensfreude, das die
Kirchenbesucher sofort in seinen Bann zog. Begeisterter Beifall schon
nach dem ersten Lied – eine spontane Reaktion, die Kantoren und
Akteure bei den traditionellen Mettenspielen wohl ziemlich aus der
Fassung bringen würde. Aber warum eigentlich nicht? Warum nicht
seiner Freude über die Geburt Christi auf diese Weise Ausdruck
verleihen? Die Geburt eines Kindes ist schließlich immer ein freudiges
Ereignis, das war vor 2000 Jahren sicher nicht anders als heute.
Alle Mitwirkenden der „Gospelnight“ engagieren sich ehrenamtlich.
Deshalb werden bei den Konzerten auch keine Eintrittsgelder erhoben.
Die jungen Leute sammeln statt dessen Spenden für einen guten
Zweck. In diesem Jahr unterstützen sie die weltweit tätige
Christoffel-Blindenmission, die in Kamerun und Kenia Blinden mit Hilfe
einer Operation gegen den Grauen Star das Augenlicht wiedergeben
will. Ein solcher Eingriff kostet rund 30 Euro, eine vergleichsweise
geringe Summe, mit der die Betroffenen in diesen sehr armen
afrikanischen Ländern jedoch überfordert sind. Mit den Spenden aus
dem Konzert kann ihnen vor Ort schnell und dauerhaft geholfen
werden.
Bannewitzer Bürger Blatt vom 19.1.2001
Gospelnight 2000 in der Possendorfer Kirche:
Beeindruckender Gesang hilft Laptops zu kaufen
Von G. SCHOLZ
Christvesper
im Januar. Am Freitag feierten über 80 junge Künstler gemeinsam mit den über
300 Gästen in der Possendorfer Kirche eine verspätete Geburtstagsfeier.
Große Podeste vor dem Altar, unterhalb der Kanzel Instrumente für eine Band. Verstärker im Kirchenraum. Scheinwerfer. Mikros.
Pünktlich um 20 Uhr wird es dunkel im kalten Kirchenraum. Warmes Licht fällt in den Altarraum, das E-Piano beginnt leise vom Jazz angehauchte Begleitmusik zu spielen. Dezent wirbelt der Drummer auf den Becken. E-Gitarre und Synthesizer werfen leise Akkorde ein, schließlich gibt die Bass-Gitarre dem ganzen ein Fundament. Zur Musik betreten junge Männer und Frauen - ganz in schwarz und einem roten Schal die Chorpodeste mit „Sing a new song“ auf den Lippen. Als die etwa 70 Choristen sich aufgebaut haben, tritt der Dirigent an das Geländer, ebenfalls in schwarz mit weißen Fingerhandschuhen. Sing a new song - Lass uns ein neues Lied singen dem allmächtigen Gott, dem König unseres Lebens.
Als der Chor mit „Sing a new song“ wieder die Kirche verlässt, sind 90 für mich ergreifende Minuten vorüber: Ein bewegter Abend mit Gospelmusik, aus 70 Kehlen im herben Fortissimo, dann wieder im zarten Pianissimo vorgetragen, dabei die ausgelassene Freude und die Nachdenklichkeit, die Trauer und Hoffnung der urwüchsigen Musik der Neger interpretierend. Die Zuschauer haben sich längst von den Bänken erhoben. Klatschen im Rhythmus, pfeifen, rufen „Bravo“ und „Danke“.
Danke für einen beeindruckenden Abend, für die Musik, für die einfühlsamen Worte, für die andere Sicht der Sternendeutung in der Predigt. Andreas Rückert**, Pfarrer in der freikirchlichen Gemeinde**,sprach sie und sagte auch: „Man sollte Christi Geburt öfter als nur ein Mal im Jahr gedenken“. [** korrigiert] (Bild 27kB)
Das Projekt Gospel-Night wurde 1998 aus der Taufe gehoben. 50 junge Sängerinnen und Sänger hatten in der Christus-Kirche Dresden-Strehlen in der Christnacht 1998 zu vormitternächtlicher Stunde Gospels und Spirituals bis in den neuen Tag hinein gesungen.
Der große Erfolg ermutigte die jungen Leute ein Jahr später zur Neuauflage. Unterstützt und organisiert von den Ten Sing e.V. aus Dresden probten 80 Sängerinnen und Sänger, meist Schüler, Studenten oder Azubis, gemeinsam mit der fünf-köpfigen Band wieder vom Herbst bis Weihnachten unter Leitung von Andreas Hain, Kantor aus Freiberg. Nach der Christvesper am 24.12. wurde sie im Januar 2000 in Zwickau und Roßlau wiederholt.
So auch in der nunmehr dritten Veranstaltung, der Gospel-Night 2000. Mit 12 Gospelsongs - vom einfachen „I can tell the world“, dem Bittruf „Jesus be a fence“ bis zum mächtigen „Put your hand“ oder „Glory to God almighty“ wurde ein breites Spektrum vorgestellt. Waren anfangs noch leichte Verständigungsschwierigkeiten von Band und Chor zu bemerken und ließ die eisige Kälte im Altarraum die Stimmen erst allmählich „auftauen“, so steigerte sich der Chor von Titel zu Titel. Beeindruckend auch die dem Gospel typischen Wechselgesänge von Chor mit Quartett, Duo oder Solo, die allesamt aus den Chorreihen kamen. (Bild 62kB)
Ebenfalls ein Chormitglied sprach dann zur Gemeinde und erläuterte das Anliegen der Künstler, durch eine Kollekte die Dresdner Kinderkrebshilfe zu unterstützten. Mit dem Geld sollen kleine Computer für die stationär untergebrachten krebskranken Kinder gekauft werden, die wochenlang kaum Besuch empfangen dürfen. Mit den Laptops können sie dann im Bett mit anderen Kindern kommunizieren oder auch für die Schule lernen.
Christvesper nicht nur zu Weihnachten zu feiern, diese Idee verband sich so mit einem humanen
Anliegen und man kann der Gospel-Night-Truppe nur wünschen, noch viele solche
beeindruckende Erlebnisse in großen Gotteshäusern zu schaffen. Kirche und
Christus lebt, am vergangenen Freitag wurde dies spürbar.
Mitteldeutsche
Zeitung vom 25. Januar 2000
Konzert
Mit den
Liedern Freude gegeben
“Gospelnight” begeisterte am
Sonntag Nachmittag die Besucher
Von INA
OTTO
Roßlau/MZ. Warmes Licht erhellt nur den Altarbereich. Während
der schwarz gekleidete Chor mit den roten Schals auf die Bühne tritt, erklingt
sanfter Jazz. Wer würde hier schon damit rechnen, dass die Künstler im nächsten
Augenblick zur Eröffnung einer „Gospelnight“ im typischen afroamerikanischen,
spirituellen Stil „Praise the Lord“ (Lobet den Herren) anstimmen
würden? (Bild 60kB)
Sie taten es, und die Besucher in der evangelischen Kirche zu
Roßlau schienen am Sonntag Nachmittag überwältigt von der ausgefeilten
Mehrstimmigkeit und Polyphonie, die durch die einzelnen Stimmen hervorgebracht
wurde.
Schon bald begann bei den meisten mindestens der Fuß im Takt zu
wippen, und einige schlossen sich sogar den rhythmisch schaukelnden Bewegungen
der Darbieter an.
Albrecht Kaul, der stellvertretende Sekretär der Christlichen Vereinigung junger Menschen (CVJM) Deutschlands trat zum Pult, um, ebenfaIls mit leiser, sanfter Jazzmusik im Hintergrund, durch den Gottesdienst zu führen und Psalmen aus der Bibel vorzutragen.
1998 fand sich eine Hand voll junger Leute zusammen, um das Weihnachtsfest einmal auf ganz andere Art Und Weise zu feiern. So trafen sie sich Heiligabend in der Christuskirche in Dresden-Strehlen und sangen bis in den darauf folgenden Tag hinein Gospels, in denen sie von der Geburt Jesus berichteten. „Wir wollen sie mit unserer Weihnachtsfreude anstecken“ , sagte Kaul zu den Besuchern, und fügte hinzu, dass man Christi Geburt öfter als nur ein Mal im Jahr gedenken sollte.
„Die ,Gospelnight' ist ein offenes Projekt und startet jedes Jahr im September“, erklärt Organisator Andreas Steffens. Jeder kann mitsingen, Musikkenntnisse oder gar der Taufschein sind nicht nötig. An der Gospelnight in Roßlau nahmen die jungen Künstler ganz ehrenamtlich teil. Sie initiierten eine Kollekte, um der Bevölkerung Kameruns zu helfen, eigene Brunnen zu bauen. Deren Flüsse wurden durch Giftfische verseucht. An den Folgen sind bereits viele Menschen erkrankt, „Wir helfen den Menschen, sich selbst zu helfen“ , erklärte Steffens. Die Menschen in Afrika werden durch das Geld in Ökologie und Umweltschutz ausgebildet. „Das ist viel sinnvoller, als ihnen irgend etwas zu schicken.“
„Eigentlich braucht man die einfachen Texte überhaupt nicht zu
übersetzen“ , denkt Alfred Kaul. Die Lieder, die von Freud und Leid der
Negersklaven in Amerika handeln, sind schon allein durch die Melodie leicht zu
verstehen. Mehr als ein Mal erklang das glorreiche „Halleluja“ . Ein
musikalischer Höhepunkt ,war zweifellos der allseits bekannte Song „Oh happy
day“, dargeboten von der Vorsängerin Jana Siegel und Chor. Und als das Lied als
Zugabe noch mal erklang, hielt es viele nicht mehr auf den Bänken. Als wollten
sie den Musikern ihren Respekt bekunden, erhoben sie sich. „Mit unseren Liedern
haben wir ihnen unsere Freude gegeben“, beschreibt Kaul die Stimmung des
Publikums.
Zerbster
Generalanzeiger vom 25. Januar 2000
Gospelchor & Band sangen
für Brunnenbauprojekt in Kamerun
Die Weihnachtsgeschichte einmal
ganz anders in der Stadtkirche Roßlau
Von T.
LEHNERT
Roßlau - Einen Gottesdienst völlig anderer Art erlebten
vor kurzem die Besucher der Roßlauer Stadtkirche St. Marien. Der Dresdner
Gospelchor der Christuskirche Dresden war in der evangelischen Gemeinde der
Elbestadt zu Gast und gestaltete dort eine Gospelnight.
Gospel: leicht
verständliche Lieder.
Der Gospelgesang ist eine Form des Gesangs wie er auch
heute noch meist in amerikanischen Kirchen gebraucht wird.In den Liedern werden
oft biblische oder heilige Themen besungen. Ihren Ursprung findet diese
Musikform in der Zeit der Sklavenhaltung. Die Leibeigenen klammerten sich zu
dieser Zeit sehr fest an den Glauben und so entstanden die meist sehr leicht
verständlichen Lieder wie „Elijah Rock“ , „Amen“ und „Sweet Jesus“ .
Eine
Ausstrahlung der Stimmen
Den zahlreichen Zuhörern wurde am
Veranstaltungsabend noch einmal der Inhalt der Weihnachtsgeschichte ins
Gedächtnis zurückgerufen. Diese war nämlich Thema der Gospelnight. Die besagte
Weihnachtsgeschichte wurde in Abschnitten vorgelesen und dann durch den Chor
musikalisch untermalt. So weckte man mit einer klanglichen Akkuratesse und einer
klaren Ausstrahlung der einzelnen Stimmen die Euphorie der Anwesenden. Durch
eine unbeschreibliche, lebhafte Art und Weise schaffte es der Chor unter Leitung
von Kantor Andreas Hain, sein Publikum mitzureißen.„Im Jahr 1998
entstand in Dresden die Idee, zu Weihnachten einmal etwas Neues zu gestalten“
erzählt der Freiberger. So erarbeitete die Junge Gemeinde der Christuskirche
Dresden das Gospenight-Projekt. Bei der Premiere in Dresden waren über 1.500
Interessierte zugegen und beurteilten das Projekt mit langanhaltendem Applaus
auf ihre ganz eigene Art.
Unterstützung brachte schon Erfolg
Doch
nicht nur dem Zuhörer macht der Chor, welcher meist aus Schülern, Studenten und
Azubis besteht, mit seinen stets eintrittsfreien Auftritten eine Freude. Am Ende
jedes Gospelgottesdienstes wird um eine Spende für ein Brunnenbauprojekt in
Kamerun gebeten. Hier sättigten die Menschen ihren Wasserbedarf noch bis vor
kurzem aus den umliegenden Flüssen. Doch das ist nun nicht mehr möglich, da das
sogenannte Giftfischen auch in dieser Region Einzug gehalten hat. Das heißt, die
Fischer verseuchen das Wasser mit Pflanzenschutzmitteln und betäuben somit die
Fische. Deshalb entschlossen sich die ehrenamtlichen Sänger und Mitinitiatoren
dazu, ein Brunnenbauprojekt in Kamerun zu unterstützen.
Die Besucher der
St. Marien- Kirche in Roßlau belohnten mit viel Applaus und Anerkennung den
Auftritt des Dresdner Gospelchors und seiner Band. So bestand förmlich jeder der
Zuhörer auf die am Ende gegebene Zugabe. Abschließend beurteilten die Besucher
den Abend als gelungen und recht lohnenswert.
DER SONNTAG vom 2.1.2000
Überwältigender Zuspruch
Von CHRISTINE REUTHER
Die zweite Gospelnight in der Christuskirche
Dresden - Bereits zum zweiten Mal gab es am Heiligen Abend eine „fröhliche
Geburtstagsfeier“ in der Dresdner Christuskirche. So hatten es sich die jungen
Leute vor einem Jahr gedacht.
Im vergangenen Jahr war das Gospelnight-Projekt entstanden. 50 junge Sängerinnen und Sänger hatten damals zu vormitternächtlicher Stunde Gospels und Spirituals gesungen.
Der überwältigende Zuspruch hatte zu einem zweiten Projekt ermutigt. 80 junge Leute aus Ten Sing, CVJM und Dresdner Jungen Gemeinden standen auf den Tribünen im Altarraum. Auch Zuhörer, die nicht rechtzeitig genug ankamen, mussten stehen, so groß war der Andrang. Aber das tat der Begeisterung keinen Abbruch.
Was hier erklang war keine Weihnachtsseligkeit nach „Leise rieselt der Schnee“. Die Lieder der schwarzen Sklaven Amerikas sprechen von Hoffnung und Freude in bedrückender Situation. Etwas davon vermittelten auch die Fürbitten und die begleitenden Worte zwischen den Liedern, die Albrecht Kaul, der stellvertretende Generalsekretär des Gesamtverbandes CVJM in Deutschland, sprach.
Sicher haben Gospels mehr Klangfarbe mit weniger Stimmbesetzung. Doch dem Dirigenten Andreas Hain gelang es, die 80 Stimmen zu einem beeindruckenden Zusammenspiel zu bringen.
Die Solistin des Abends kam aus den eigenen Reihen. Der Beifall kannte keine Grenzen, wenn Jana Siegel vom Mikrofon zurücktrat in den Chor. Die Lichteffekte und die musikalische Begleitung trugen zum eindrücklichen Erlebnis dieser Nachtstunde bei.
Die vielen Besucher zeigen, dass dieses Angebot in der Christuskirche als Höhepunkt des Heiligen Abends vor allem von jungen Leuten angenommen wird.
Die Kollekte des Abends kommt übrigens einem
Brunnenbau-Projekt in Kamerun zugute.
